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Juli Zeh im Literaturhaus in München

Gestern wohnte ich einer besonderen Lesung im Literaturhaus in München bei. "Kaktusblüten" hieß der literarische Abend mit Juli Zeh, einer von ihr geleiteten Schreibgruppe ohne Namen und einer kleinen Gruppe von Schauspielern des Münchner Volkstheaters. Die Schreibgruppe wurde von Frau Zeh erstaunlich kollegial angekündigt. Nicht "ich leite..." oder "...von mir ins Leben gerufen", sondern "gemeinsam", "erarbeiten", "gegenseitiges Feilen an den Texten...". Sehr sympathisch schon mal.

Dann die jungen Autoren: Klasse! Kann man einiges lernen, dachte ich mir. Und dann Juli Zeh selbst: eine szenische Lesung mit besagten Schauspielern (die auch im Stück "Schilf" nach Zehs Roman spielen), die politisch, humorig überspitzt und erfreulich bodenständig die Festnahme eines Kaktus auf einer Frankfurter Wache erzählt. Das perfide an dem Kaktus: nur er weiß, wo sich die am Frankfurter Flughafen versteckten Bomben befinden. Die Cops unterschiedlicher Besoldungsstufe und unterschiedlicher Intelligenz setzen sich darüber auseinander ob Folter zur Verhinderung großen Übels im vorliegenden Fall statthaft ist und wenn ja unter welchen Bedingungen.

Coole Autoren, gute Stories, klasse Schauspieler, spektakuläre Aussicht (im Literaturhaus Foyer, 5-ter Stock, Blick von hinten auf die Theatinerkirche) = sehr gelungener Abend!