Neuer Trend: "Office Lipdubs"

Die Franzosen, neuerdings ihr Präsident und die neue "Première Dame", sind ja einige Schlagzeilen wert. Wesentlich unbemerkter hat sich in den letzten 3, 4 Monaten ein anderes Phänomen vor allem in Frankreich weiter entwickelt: der "Office Lipdub". Hier geht's zur www.officelipdub.com >

Man nehme: ein Team von 15 bis 30 Personen (...cool sehen sie dann von selbst aus, wenn die Action losgeht...), Räume und Gänge - durch die man laufen kann (...coole Räume sind natürlich toller...), jemanden hinter der Kamera und schließlich einen coolen "Gute-Laune-Song" (kommt am Ende besser, als was melancholisches oder was allzu chaotisches). Und natürlich die Hauptsache: der Song wird von der gesamten Mannschaft lippen-synchron nachgesungen. Am besten wird das ganze mit halsbrecherischen Kamerafahrten durch's Office und ein paar echte Entertainment-Talente sind natürlich hilfreich.

Bisher ist es unbestritten, wer die Ersten waren: "Connected Ventures", eine New Yorker New Media Agentur. Aufgegriffen wurde die Idee dann überwiegend von französischen Agenturen. Besonders zu erwähnen ist einer der jüngeren "Office Lipdubs": glowria's lipdub of Mika's "Grace Kelly". Unsere französischen "glowria" Kollegen also von ihrer glamourösen Seite. Habe mir mittlerweile einige Performances angesehen und ich finde diesen Auftritt einen der besseren. Außerdem gibt's auch noch ein "Making of", wie sich das für ein film-affines Office gehört. Viel Spaß beim Selbstmachen! 


"The Bishops" auf dem Headshrinker-Festival

Wir sind gut 'rüber gerutscht mit fiebernder Elena am Sylvester-Abend (so hat sie leider schon wieder das Feuerwerk verschlafen)!

Ein Nachtrag: zwischen den Jahren war ich mit Alessio auf dem "Head Shrinker Festival", das im dritten Jahr in der Muffathalle und im Ampere stattfand. Das Konzept dachte sich eine Gruppe von Schülern und Studenten aus Herrsching aus, die es seitdem auch umsetzt: mehr als zehn rockig angehauchte Bands an einem Abend in zwei Hallen. Sehr symphathisch dabei das kleinere Ampere, in dem eher Club-Feeling aufkam. Denn trotz mehrerer hundert Besucher wirkte die Muffat-Halle erstaunlich "luftig". Wo sind denn die ganzen Raucher geblieben? Ihr dürft doch erst HEUER nicht mehr...!

Die Bands: Supergalo, Blek le Roc, Planeausters (gefielen mir persönlich sehr gut), um nur ein paar zu nennen, kannten wir zwar alle nicht, aber beispielsweise "Snow Patrol" wurden schließlich auch hier zuerst in Deutschland gesichtet. Der "Hot Act" in diesem Jahr waren zweifelsohne "The Bishops". Ein vor zwei, drei Jahren hoffnungsvoll gestartetes Brit-Pop-Trio mit Zwillingsbrüdern an Gitarre, Bass und Mikros, die optisch erstmal an Beatles-Doubles in Schuluniformen erinnerten. Körpereinsatz und Mimik des Ton angebenden Bishop an der Gitarre liegt irgendwo zwischen dem jungen McCartney, Mick Jagger und Hugh Grant (siehe Fotos). Im Hintergrund der Schlagzeuger, den man optisch eher bei Nirvana vermutet hätte.

Sie kündigten ihr letztes Konzert von insgesamt 155 für dieses Jahr an und rockten nach Mitternacht mit vollem Einsatz vom ersten Song an los. Fazit: handgemachte, rockige, zwar deutlich britisch angehauchte, aber im Detail doch eigenständige Songs, mit einer elektrisierende Bühnen-Performance und einer "Wunder-Kinder"-gleichen Perfektion, die dem Auftritt eine gewisse Skurrilität verleiht und einem ein "wow- was ist das denn..." entlockt. Sicher noch ein wenig "wie" irgendwelche Vorbilder der Rock'n'Roll Ära, aber bei Verstärkung der eigenen Akzente werden sie sicher interessanter. Straighter, kurzweiliger Auftritt der gerade mal 20-jährigen, die sich anschicken vielleicht schon diese Jahr eine größere Fan-Gemeinde auch in Kontinentaleuropa zu erobern. Ihre MySpace-Seite läßt da schon einiges ahnen.  Freue mich auf ihr nächstes Konzert in München.


"...und des is des Hamam!"

Therme Mit diesen oder ähnlichen Worten wird dem staunenden Erst-Besucher der Bad Aiblinger Therme seit der Wiedereröffnung im September jeder Teil der Anlagen erklärt. Bayerischer Charme trifft auf weltmännisches Spa-Angebot!

Es hat schon was: mitten in den beschaulichen bayerischen Voralpen ein original türkisches Dampfbad in Kuppelform, mit einem ebenso originalen Herrn "Aziz", der mich nach Vorgaren auf dem heißen Marmor etwas uncharmant aber durchaus authentisch nach orientalischer Art mit Seidenhandschuh und selbst hergestellter Seife "abschrubbert" und dannn doch relativ feinfühlig massiert. Wer hier nicht loslassen kann, wird sich voraussichtlich auch woanders schwer tun. 1001 Dank an Lana & Carsten für diesen Erlebnis-Gutschein!

Behnisch_02Die international gefragten Architekten Behnisch & Behnisch zeichnen für diesen gelungenen Total-Umbau verantwortlich. Keine rustikale Gemütlichkeit, sondern Schlichtheit, durchdachte Details und überall viel Platz und Weite. Für Auge und Geist einige herausragende Einzelelemente, die nicht nur dekorativ aussehen, sondern auch thematisch passen. Da gibt es unter anderem einen "Ying-Yang"-Pool mit kalten und warmen Strömungen, eine Sole-Inhalations-Sauna, oder eine Crush-Eis-Maschine im "Abkühlbereich" der Saunen. Insgesamt erstreckt sich das Angebot auf ca. 10 verschiedenen Saunen und ebensoviele verschiedene Becken im Bad-Bereich. Auch die Ruhezonen lassen kaum Wünsche offen: man hat die Wahl zwischen "normalen Liegen", Riesen-"Flack"-Säcken, asiatisch schlichten, ergonomisch geformten Holzliegen oder großen, runden, drehbaren Betten für Zwei.

Übrigens: Auf der Website der Architekten wird man informiert, dass die gesamte Anlage mit Wärmerückgewinnung und anderen Konzepten optimal das Klima schützt. Dem verantwortungsbewussten Deutschen kommt schließlich solch ein Wellness-Areal nicht nur reichlich dekadent, sondern neuerdings auch absolut nicht "CO2-PC" vor.

Meine Empfehlung: in der Vorweihnachtszeit hinfahren und sich ein paar Stunden was Gutes tun. Die Saunalandschaft allein kostet während der letzten drei Stunden von 19:00 bis 22:00 nur noch 10,-€.


Fans : Berlioz

Img_3067Letzten Samstag wohnten meine Mutter und ich einem Event der Extraklasse bei. Das diesjährige Klassik-Openair am Odeonsplatz lockte außer uns weitere 7998 Klassikliebhaber an.

»Gibt es denn in München noch so viele?« fragte ich mich. Nach dem ersten Satz des Violinkonzertes von Mozart wurde mir jedoch schnell klar, dass diese Zahl nur durch eine hohe Zahl des Fußballs müder, sonst-eher-Fußball-Gucker zu Stande gekommen sein konnte. So sollten sich heute bei Klassik im Freien die Sitten doch ein bißchen der gerade im Viertelfinale befindlichen Fußball-WM angleichen. Ich schätze mal 7500 Zuschauer pflegten an diesem Abend die hohe Kunst des Szenenapplauses in längeren symphonischen Werken wie dem bereits erwähnten Violinkonzert und der nach der Pause folgenden »Symphonie fantastique« von Héctor Berlioz. Sie klatschten konsequent und ohne die geringste Verunsicherung NACH JEDEM SATZ.

Zum Glück war das genau parallel laufende Match in dem Frankreich den bis dahin amtierenden Weltmeister Brasilien rauskickte nicht so spannend oder torreich, dass man die Begeisterung von der direkt anschließenden »Leo« besonders mitbekommen hätte. Insofern fragte ich mich in der Pause, ob Zwischenapplaus wirklich so schlimm ist, oder ob ich mich einfach lockerer machen musste. Je zwei Gläser Schilcher-Sekt sollten mir und meiner Mutter bei der Entscheidungsfindung effektiv behilflich sein.

Wir genoßen den Berlioz in vollen Zügen - der Sound war trotz Open-Air phänomenal, die Kulisse mehr als passend und die Interpretation differenziert und mitreißend. In meiner Jugend habe ich die Fantastique übrigens am liebsten in einer Fassung von Dimitri Mitropoulos mit dem Boston Symphony Orchestra gehört. In den letzten Jahren bevorzuge ich jedoch eine Aufnahme von Pierre Boulez ;-) Wer gerne mehr über die unterschiedlichsten Dirigenten, Orchester, Einspielungen und Masterings dieses grandiosen Werkes lesen möchte, findet hier ein wahres Füllhorn an Meinungen mitsamt den meisten Covers: http://www.hifi-forum.de/viewthread-68-1403.html Viel Spaß!
Autor: Andi Zachariades - München - 2006

Img_3057Isi_andi Img_3062 Img_3065


Die Grillsaison ist eröffnet

Heute haben wir trotz Regen-Vorhersage bei meiner Schwägerin Lana in der Nähe von Aibling die klapprigen "Landmann"-Grills ausgepackt und angeworfen. Sonst mag ich's ja eher etwas aufwändiger beim Kochen & Essen, aber gegen so ein kleines, scharfes Schafskäsepäckchen in Alufolie, ein mariniertes Lammhüftsteak und eine simple Wurstschnecke vom Bad Aiblinger Metzger gibt's einfach gar nix einzuwenden. Und das ganze mit lauter netten Leuten und den Kleinen vor einem traumhaften Voralpen-Panorama - geht nicht besser!

Jetzt werden noch zwei Kuchen gebacken. Das ist ganz klar die Domäne meiner Frau Maren, für's Pfannenschwingen hingegen fühle ich mich berufen. Unser Sonnenschein "Elle" wird morgen drei und die Wettervorhersage lässt bei 21° auf eine Feier im Freien hoffen. Dann geht's zu unserem Biergartengeheimtipp mit Riesenspielwiese, Spielplatz und einem einzigen Ein- und Ausgang (Überblick) in Thalkirchen: der Naturfreunde Biergarten "Das Bootshaus". Alles frisch gemacht, erst nach Bestellung gegrillt oder zubereitet, außerdem zivile Preise, familiäre Atmosphäre und trotzdem kann man auch Essen mitbringen. Ein echter Tipp, vor allem für Leute mit Kindern.

Wenn ich schon bei Thalkirchen bin, darf natürlich das "Kyprios" nicht fehlen, einer der Ur-Griechen Münchens (21 Jahre jung), authentisch und sau-beliebt. Natürlich kann man mir Befangenheit unterstellen, da mein Vater und ich es 1985 eröffnet haben und es auch heute noch von ihm und seinem Partner Dimitri betrieben wird. Warum ich da nicht mehr dabei bin, ist eine andere lange Geschichte... aber die können das auch gut ohne mich :-)
Autor: Andi Zachariades - München - 2006